Die Verbindung zwischen Atmung und Schlafqualität: Was die Wissenschaft sagt
Von Dr. Anna Müller, Schlafforscherin
In den letzten Jahren hat die Forschung zunehmend die Bedeutung der Atmung für die Schlafqualität untersucht. Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Sleep Medicine Reviews veröffentlichte Meta-Analyse fasst die aktuellen Erkenntnisse zusammen.
Nasale vs. orale Atmung
Die Studie verglich die Auswirkungen von nasaler und oraler Atmung auf verschiedene Schlafparameter. Die Ergebnisse zeigen, dass nasale Atmung:
- Die Sauerstoffsättigung im Blut um durchschnittlich 4-6% erhöht
- Die Häufigkeit von Aufwachreaktionen reduziert
- Die Tiefschlafphase verlängert
Praktische Anwendungen
Für Menschen, die nachts durch den Mund atmen, können verschiedene Methoden helfen, die Atmung zu optimieren:
- Atemübungen am Tag
- Nasenpflaster zur Erweiterung der Nasengänge
- Spezielle Kissen zur Kopfpositionierung
Wichtig zu beachten:
Bei Verdacht auf Schlafapnoe sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Diese Methoden ersetzen keine medizinische Behandlung.
Zukunft der Forschung
Die Autoren der Studie betonen, dass weitere randomisierte kontrollierte Studien notwendig sind, um die langfristigen Auswirkungen verschiedener Atemtechniken zu untersuchen. Besonderes Interesse gilt dabei der Frage, inwieweit eine Verbesserung der nächtlichen Atmung kognitive Funktionen am Tag beeinflusst.
Dr. Anna Müller
Schlafforscherin am Institut für Somnologie, Berlin